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„Unser Enthusiasmus war stärker als alle Barrieren“

Seit einigen Jahren wühlt FOND OF BAGS mit seinen ergobag-Rucksäcken die Schulranzen-Branche auf. Wir haben mit Gründer und Geschäftsführer Sven-Oliver Pink über Ideenfindung, den globalen Müllberg und dem Wunsch der Schüler nach Einzigartigkeit in der Schule gesprochen.

Hallo Herr Pink, vielen Dank, dass Sie sich Zeit für uns nehmen. Was ist eigentlich das Neue an einem ergobag-Schulrucksack?

Als der ergobag 2010 auf den Markt kam, war er der erste Schulrucksack, der speziell für Grundschüler konzipiert war. Bis dato hatten Rucksäcke – zurecht – in der Grundschule nichts verloren, da sie zu instabil, zu schwierig zu benutzen und nicht geeignet waren, um die schweren Schulsachen auf Kinderschultern zu transportieren.

Und ergobag-Rucksäcke dagegen sind geeignet? Warum?

Das Besondere an ergobag ist, dass wir das Ergonomiekonzept von innovativen Wanderrucksäcken mit all dem kombinieren, was eine gute Schultasche leisten muss. So wird ein Großteil des Gewichts von den Schultern auf die Hüften verlagert, wo der Körper stabiler ist und das Gewicht besser tragen kann.

Wie genau?

Eine befreundete Physiotherapeutin erzählte uns von ihren vielen kleinen Patienten: Schulkinder mit Haltungsschäden und Rückenschmerzen. Schulkinder müssen viel mit sich herumtragen – Bücher, Mäppchen, Hefte, Pausenbrot, Getränke und vieles mehr. Dabei sind die Kinder mit sechs Jahren oft noch sehr klein und schmal. Wir haben uns gefragt: Warum gibt es eigentlich noch keine ergonomischen Schulrucksäcke, die nach dem Vorbild von Bergsportrucksäcken gestaltet sind und den Rücken entlasten?

Wie sind Sie dazu gekommen, Schulranzen zu entwickeln?

Flo, Oliver, Juliaan und ich wollten uns schon immer selbstständig machen und haben ganz strategisch nach einer Idee gesucht. Das hat sicherlich zwei, drei Jahre gedauert. Irgendwann sind wir über dieses Thema gestolpert und waren sofort überzeugt.

Was passierte dann?

Wir wollten nicht länger reden, sondern Fakten schaffen. 2009 stand unsere Gründungsabsicht. Im Juni haben wir das erste Mal unseren Lieferanten besucht. Wir haben uns vor Ort die Ergebnisse erster Probeexemplare angeguckt, die blind für uns hergestellt wurden. Gemeinsam haben wir das Produkt fertig gestellt. Wir sind mit dem Produkt zu Fachhändlern gegangen und auf Schultaschenpartys. Dort haben wir ein schnelles Feedback bekommen, das uns bei der Weiterentwicklung unseres Produkts enorm geholfen hat.  

Haben Sie nie gezweifelt?

Nein – wir haben von Anfang an für unsere Idee gebrannt und der Enthusiasmus war stärker als alle Barrieren.

Die ergobag-Schulrucksäcke sind aus Textilien aus PET-Flaschen hergestellt. Warum?

Aus Herstellersicht ist Plastik zunächst einmal praktisch – abwaschbar, flexibel, robust. Viele Millionen PET-Flaschen werden jeden Tag weltweit produziert, leer getrunken, entsorgt und landen als Abfall auf Müllbergen – oder in der Natur. Wir haben uns dafür entschieden, dieses bereits vorhandene Plastik in Form von alten PET-Flaschen zu verwenden, anstatt neues synthetisches Material produzieren zu lassen. Auch wenn die Kosten in der Herstellung dadurch deutlich höher sind: Wir können einen Beitrag dazu leisten, den Abbau des nicht nachwachsenden Rohstoffs Öl zu reduzieren, indem wir kein neues Plastik herstellen lassen und recyceltes PET in der Stoffherstellung verwenden. Dadurch wird der globale Müllberg etwas kleiner.  

Ist Nachhaltigkeit Bestandteil Ihrer Unternehmensphilosophie?

Nachhaltigkeit begleitet uns seit unseren ersten Zügen – durch die Verwendung der PET-recycelten Stoffe und die Auswahl ausgezeichneter und erfahrener Lieferanten und Produzenten. Wir lieben, was wir tun, und wollen, dass es allen, die mit uns zu tun haben, dauerhaft gut geht. Für unser Team ist Nachhaltigkeit deshalb auch eine wichtige identitätsstiftende Komponente. Sie wirkt wie verbindender Klebstoff. Wir sind alle glücklich, dass wir unsere Überzeugungen nicht im Büro an den Nagel hängen müssen.

Neben ergobag haben Sie auch die Marke satch ins Leben gerufen.

Die Marke satch richtet sich an die sogenannten Tweens, also Kinder im Alter zwischen 10 und 13 Jahren und somit an Schüler ab der 5. Klasse. Anders als bei der Marke ergobag, bei der wir uns in der Kommunikation in erster Linie an Mamas richten, liegt bei satch die Herausforderung in der Ansprache von verschiedenen Zielgruppen. Tweens pendeln noch sehr zwischen Kind- und Jugendlich-Sein hin- und her und haben stärkere eigene Präferenzen, die die Kaufentscheidung beeinflussen. Bezahlt wird aber immer noch von Eltern, die eine vernünftige und sinnvolle Wahl treffen wollen. Es ist fantastisch, wie rasant satch an Popularität gewonnen hat, und innerhalb von drei Jahren zum Must-have für die Starter an den weiterführenden Schulen geworden ist.

 

Was steckt hinter der Idee der satch SprayDays?

Der SprayDay bietet für die satch-Fans eine Möglichkeit, die Produkte mit ihren Lieblingsmotiven zu individualisieren. Gleichzeitig stärken die SprayDays den Handel. Für 2016 haben wir bereits über 300 fixe Termine.

 

Individuelle Schlamperboxen dank der Spray Days, verschiedenste Kletties zum Aufhübschen der ergbobag-Rucksäcke – ist Individualisierbarkeit heute das A und O?

Gerade der Geschmack von Kindern im Grundschulalter verändert sich ziemlich schnell …und der ergobag mit ihm! Gestern war noch der schnelle rote Flitzer das Lieblingsmotiv, heute ist das Kind vielleicht ein großer Fan von „gefährlichen“ Tieren. Deshalb sind die Motive mit Klett am ergobag-Rucksack befestigt und somit jederzeit austauschbar. Über unseren Kooperationspartner DeinDesign können sogar Kletties mit eigenen Motiven gestaltet und der ergobag so zum Unikat werden. Die Individualisierung unserer Produkte erfüllt Schülern den Wunsch nach Einzigartigkeit.

FOND OF BAGS wurde u. a. mit dem German Design Award 2015 ausgezeichnet, beim Deutschen Gründerpreis 2012 durften Sie Einzug ins Finale feiern und erhielten 2015 den Marken-Award für ergobag als beste neue Marke. Was sind die Zutaten für ein erfolgreiches Start up?

Die enge Orientierung an den Wünschen und Bedürfnissen der Endkunden ist für mich der wichtigste Punkt. Wir haben dadurch diverse kleine Innovationen umgesetzt, die wir damals gar nicht auf dem Schirm hatten, aber mittlerweile das Produkt ausmachen. Ganz wichtig war auch die Kommunikation: Wir hatten am Anfang wenig Ahnung, aber waren bereit, viele Gespräche zu führen. Dadurch entstand eine Mund-zu-Mund-Propaganda, die für die Vermarktung unserer Produkte sehr wichtig ist. Ein weiterer Punkt ist das homogene Team. Wir haben unterschiedliche Stärken, teilen aber gleiche Werte. In den letzten sechs Jahren haben wir konsequent daran gearbeitet, Menschen mit einer ähnlichen Einstellung für unsere Projekte zu gewinnen. Deswegen gibt es hier im Team viel Enthusiasmus und Spaß an der Arbeit.

Was erwartet uns im Jahr 2016?

Eigentlich geht es jetzt erst richtig los. Wir haben den Transformationsprozess vom Start-up zum jungen Unternehmen vollzogen. Wir haben Erfahrung, ein Netzwerk und Fachhändler, sind profitabel und gut finanziert. Wir haben alles, was man braucht, um ein Unternehmen weiter auszubauen – und wir haben ganz viele Ideen für neue Produkte. Inzwischen gibt es sieben Marken aus dem Hause FOND OF BAGS. Wir möchten Taschen für alle machen – von Baby bis Business.

Sven-Oliver Pink
Foto: Fond of Bags

Über FOND OF BAGS

Sven-Oliver Pink gründete gemeinsam mit seinen Freunden Florian Michajlezko, Oliver Steinki und Juliaan Cazin im Februar 2010 die ergobag GmbH. Heute gehören neben ergobag die Marken Affenzahn, satch, Aevor, pinqponq, A E P und Offermann zum Unternehmen. Aus der ergobag GmbH ist FOND OF BAGS geworden.